In unserer Stadt leben Menschen unterschiedlicher Kulturen aus über 100 Ländern. In kaum einer anderen Stadt ist der Anteil der Bürgerinnen und Bürger mit Migrationshintergrund so groß wie hier. Viele Beispiele belegen eine positive Integration in unserer Stadt. Mit großer Sorge kann man aber feststellen, dass oftmals eine beharrliche Verweigerung gegenüber der kulturellen Identität und den Lebensgewohnheiten unseres Landes besteht.
Der Zusammenhalt und der gesellschaftliche Frieden der Stadtgesellschaft hängen stark davon ab, wie die verschiedenen Bevölkerungsgruppen ihr Zusammenleben gestalten. Eine Grundvoraussetzung dabei ist die Anerkennung unseres Werte- und Gesellschaftssystems. Dies bedeutet ein klares Bekenntnis zum Grundgesetz und die Akzeptanz der in unserem Land geltenden Grundwerte, insbesondere die Wahrung der Menschenwürde, der Gerechtigkeit, Solidarität, Freiheit und die Gleichberechtigung von Mann und Frau.
Die Integrationsarbeit ist ein gegenseitiger Prozess und kann nur durch eine gemeinsame Arbeit gelingen. Integration findet vor Ort statt. Deshalb werden wir die Frage, wie sich die Menschen aller Bevölkerungskreise und -schichten für die Kommune einbringen und wie sie von dem Erfolg profitieren können, vordringlich behandeln. Die Mitgliedschaft und das Engagement in sozialen und am Gemeinwohl orientierten Vereinen und Organisationen, z.B. Feuerwehr, sehen wir als wichtigen Weg für die Zukunft unserer Stadt.
Dabei darf es auch kein Verbot sein, Schwierigkeiten und Probleme anzusprechen. Ehrlichkeit und Offenheit bei der Benennung von Problemen, der Gemeinsinn und die Freiheit der Meinungsäußerung müssen als Fundament beim Findungsprozess von Lösungen gelten.
Das Beherrschen der deutschen Sprache ist der unerlässliche und entscheidende Schlüssel zur sozialen, politischen, wirtschaftlichen und kulturellen Teilhabe am gesellschaftlichen Leben. Förderangebote für alle Kinder müssen möglichst frühzeitig ansetzen. Gleichzeitig ist auch die Stärkung der sozialen Kompetenzen und das Erlernen der Sekundärtugenden unverzichtbarer Bestandteil der frühkindlichen Bildung. Das werden wir durch eine Stärkung des Bildungsauftrags der Kindertagesstätten umsetzen. Es muss aber auch verschärft dafür Sorge getragen werden, dass die Angebote des Landes und der Kommune wahrgenommen werden. Dies könnte durch Vertragsvereinbarungen mit den Eltern erreicht werden und bei Nichteinhaltung Konsequenzen auslösen.
Allerdings sind auch die Eltern gefordert, sich für den Bildungserfolg ihrer Kinder wesentlich stärker in den Prozess einzubringen. Deshalb werden wir verstärkt zielorientiert auf die Schulgemeinden in unsere Stadt einwirken, die Schulordnungen im Sinne von Vereinbarungen und Verträgen mit Schülern sowie Eltern zu ändern.
Für mich sieht die Integration als Querschnittsaufgabe aller an diesem Prozess Beteiligten. Im Hinblick auf die lokale und ethnische Ökonomie fällt außerdem der Wirtschaftsförderung eine besondere Aufgabe zu.
Mir liegt dieses Thema sehr am Herzen, da ich denke dass wir uns noch lange mit dem Zusammenleben von Kulturen beschäftigen. Ich selber bin Mitglied der Enquetekommission „Migration und Integration in Hessen“ des Hessischen Landtags und habe eine ziemlich genaue Vorstellung wie Integration in Zukunft gestaltet werden muss, damit wir "gemeinsam Rüsselsheim verbessern!"